Im Westen der Provinz Noord-Brabant liegt, zwischen Etten-Leur und Roosendaal, der Ort Sint-Willebrord. Das Dorf ist nach dem bekannten Missionar aus dem 8. Jahrhundert benannt: dem Heiligen Willebrord. Im Zentrum des Ortes liegt der schöne Prozessionspark, in dem sich auch eine besondere Lourdesgrotte befindet.

Auf dem Platz, vor dem Eingang der Sankt-Willibrordus-Kirche, steht auf einem hohen Sockel ein großes Marienbildnis. Dies ist eine Kopie des Gekrönten Bildnisses von der Esplanade im französischen Lourdes.

Im Jahr 1885 wurde im Auftrag von Pfarrer Van Rooij eine Lourdesgrotte erbaut. Diese Lourdesgrotte ist verschwunden und an einem anderen Ort wurde die heutige Lourdesgrotte realisiert. Dies geschah im Jahr 1925. Die Grotte besteht aus einem Betonaufbau mit künstlichen Felsen. Der Boden der Grotte ist mit einem Marmorboden ausgelegt. Darauf steht ein Marmoraltartisch. Der Text unter dem Marienbild ist derselbe wie in Lourdes: “Que soy era immaculada councepciou”. Um den Kopf Mariens steht “Ich bin die unbefleckte Empfängnis”. Die Grotte wird durch ein schmiedeeisernes Gitter abgeschlossen. Die Lourdesgrotte zeugt von hoher Qualität und ist ein nationales Denkmal.

Hinter der Lourdesgrotte steht die St. Willibrordus-Kirche. Im Jahr 1925 wurde die Kirche geweiht. Die dreischiffige Kreuzkirche ähnelt der Silhouette einer großen Basilika in Lourdes. Der Architekt der Kirche ist Nicolaas Jacobus Hubertus (Jacques) van Groenedael (1864–1932), der auch Bauunternehmer und Geschäftsmann ist. Der Bauherr der Kirche ist Petrus Norbertus Bastiaansen (1869–1944), Pfarrer in Sint-Willebrord (1909–1944). Der Pfarrer erstellt den ersten Entwurf, nachdem er in Lourdes in Frankreich Inspiration gefunden hat, indem er dort auch die Rosenkranzbasilika besuchte. Hinten am Chor der Kirche befindet sich ein besonderes Gemälde von Maria mit Kind. Das Kunstwerk wurde von Petrus van Schendel (1806–1870) geschaffen, einem romantischen Genremaler, der Lichteffekte einsetzt. Pfarrer Bastiaansen erhält das Gemälde 1856 als Geschenk.

An der Fassade des Pfarrhauses, hinter dem sich die Grotte und die Kirche befinden, steht eine große weiße Statue des Baupfarrers Bastiaansen. Die Statue steht an der Dorfstraße.

Die gekrönte Marienstatue, die Lourdesgrot und die Kirche bilden die Höhepunkte des Prozessionsparks. Der Park wurde 1926 angelegt, unmittelbar nach der Fertigstellung der Kirche. Die Gebäude im Park sind zu nationalen Monumenten geworden.
Im 20. Jahrhundert durfte der Prozessionspark Zehntausende von Besuchern empfangen. Viele Menschen sehen den Prozessionspark und die Lourdesgrotte immer noch als eine schöne Alternative zum weit entfernten Lourdes im Süden Frankreichs.
Seit Anfang 2020 hat der Park einen prächtigen grünen Charakter erhalten und ist ein noch attraktiverer Ort zum Verweilen und/oder Beten.

Der Prozessionspark liegt zwischen dem halbkreisförmigen Pastor-Bastiaansensingel und der Dorpsstraat. Der renovierte und grünliche Prozessionspark ist ein einladender Ort für Besuche.
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