Geschichte
Der Felsen von Mariastein entstand durch einen Erdrutsch in prähistorischer Zeit, dem Zeitabschnitt von etwa 2,5 Millionen Jahren zurück bis 800 Jahre vor Christus. Die Steinmasse stammt aus dem Köglhörndl, einem 1645 m hohen Berg, in der Nähe von Kufstein.
Die Kirche wurde 1360 im Auftrag der adeligen Familie Freundsberg erbaut. Die Kirche ist eine Kirchenburg, die am Fluss Moosbach errichtet wurde. Der ursprüngliche Name der Burg ist “Stein” und wurde an einem strategisch günstigen Ort mit Straßenverbindungen ohne Sümpfe erbaut. “Stein” liegt an der alten Handelsroute von Innsbruck, über Rosenheim, nach Regensburg.
Im Jahr 1379 wurde die Burg von der Familie Freundsberg verkauft und die Anlage ging in den Besitz der Herren von Ebbs über. Im Jahr 1470 kam in der Kirche eine Kapelle hinzu und darin erhielt das Gnadenbild aus Lindenholz aus dem Jahr 1450 einen bemerkenswerten Platz.
Später wurden im Kirchturm zwei Kapellen übereinander gebaut. Die älteste Kapelle ist die untere mit einer Decke aus dem Jahr 1550 und einem Rokoko-Altar. In der oberen Kapelle steht die geschnitzte Holzfigur von Maria und Kind aus dem Jahr 1450. Das Schloss ist dann in den Händen des wohlhabenden Georg Ylsung (1510-1580) aus Augsburg.
Eine Legende erzählt von wundersamen Ereignissen mit dem Marienbild … Das Bildnis Unserer Lieben Frau wird zweimal vom Augsburger Edelmann mitgenommen, doch beide Male kehrt es zur Kapelle zurück. Dadurch entsteht der Wallfahrtsort.
Im Jahr 1587 hinterlässt Georg Ylsung die Burg seinem Schwager Baron Karl von Schurff (1548-1626). Dieser Edelmann ist der Gründer und Förderer des Wallfahrtsortes. Im Jahr 1587 ändert er den Namen “Stein” in “Mariastein”, da die Burgkapelle immer mehr Pilger anzieht, die zum Marienbildnis kommen. Karl von Schurff wird 1589 Landeshauptmann von Kufstein und damit der höchste Beamte in der Region. Er stellt den Turm wieder her und baut den horizontalen Wohntrakt in seiner heutigen Form.
Im Glockenturm hängt eine Glocke aus dem Jahr 1587. Diese wurde von der Glocken- und Kanonengießerei Büchsenhausen aus Hötting, nahe Innsbruck, und zwar von Hans Christoph Löffler (ca. 1530-ca. 1595) gegossen.
Bis 1688 bleibt das Schloss im Besitz der Familie Schurff. Nach einigen Besitzerwechseln verfällt es. Dies liegt vor allem an allerlei Unruhen, ant katholischen Herrschern und Kriegen, wie dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), dem Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697), der Zeit Kaiser Josephs II. (1741-1790) und den Napoleonischen Kriegen, die Wallfahrten verboten (1803-1815).
Seit 1834 ist das Erzbistum Salzburg Eigentümer des Schlosses, das im Laufe der Zeit etwas vernachlässigt wurde. Im Jahr 1958 greift das Bistum ein, um weiteren Verfall zu verhindern. Der Erzbischof von Salzburg, Andreas Rohracher (1892–1976), lässt dann mit dem Wiederaufbau des Schlosses beginnen. Im Jahr 1994 sind die großen Arbeiten abgeschlossen.
1959 schildert Oswin Höfer (1887-1987) die zwei Söldner, links und rechts, am Eingang des östlichen Eingangs.
Im Jahr 2000 unterziehen sich das Interieur und der Innenhof einer Veränderung, unter der Leitung von Matthias Oberascher (1952). Seitdem steht im Innenhof der Volksaltar, der vom Salzburger Erzbischof Georg Eder (1928-2015) eingeweiht wurde. Dort wurden auch der Brunnen und das Kriegsdenkmal des Tiroler Landsturmbataillons Nr. 1, 1914-1918, aufgestellt.
Eine große, gusseiserne Glocke ist die “Mariahart-Glocke”, die 1947 in Bochum gegossen wurde. Bis 2009 läutete sie im Turm des Klosters in Scheyern. Seit dem 12. Dezember 2009 befindet sich die imposante Glocke im Pilgergarten von Mariastein. Die Glocke ist ein Geschenk des Klosters Scheyern und kann von Pilgern geläutet werden.
Wallfahrtsort
Das Dorf Mariastein liegt im “Tiroler Unterland” auf einem Plateau von 575 Metern über dem Meeresspiegel. Es ist eine der kleinsten Gemeinden Österreichs. Die beliebte Wallfahrtsstätte befindet sich auf einem 14 Meter hohen Felsen und ist schon von weitem zu sehen. Mariastein ist umgeben von dichten Wäldern und hohen Bergen, darunter die “Hohe Salve”, die 1828 Meter misst.
In dem untersten Teil des Burgturms befindet sich eine Kapelle. Dieser Gebetsraum ist teilweise in den Felsen gehauen. Unter dem Kreuzrippengewölbe ist eine gotische Pietà zu sehen. In dem darüber liegenden Raum befindet sich ein Diorama.
In der reich verzierten Gnadenkapelle der Kirche ist eine Marienstatue aufgestellt und dies ist der Ort, den Pilger besuchen. Um das Gnadenbild sehen zu können, muss man zuerst 142 Stufen zurücklegen, um in größere Höhen zu gelangen. Denn die Kapelle liegt 42 Meter höher im ehemaligen fünfeckigen Wohnturm.
Im Obergeschoss ist ein kleiner Rittersaal entstanden, welcher nun die Funktion eines Schlosses Museums hat. Der ehemalige Rittersaal zeigt ziemlich viele Königsschätze, welche im Jahre 1602 geschenkt worden sind durch Prinz Maximilian der Dritte von Österreich (1558-1618), Großmeister des Deutschen Ritterordens. Wertvolle Museumsstücke sind unter anderem eine Krone und ein Zepter, die in einer Vitrine liegen.
Kirche und Kapelle sind täglich zu besuchen.
ERHÄLTLICHKEIT
Das Örtchen Mariastein liegt im Bezirk Kufstein, an der Autobahn von Kufstein nach Innsbruck.
Adresse: Wallfahrtskirche Mariastein, Mariastein 1, 6324 Mariastein.
Meer ist zu finden durch den Besuch von:
www.pfarre-angath.at en www.hohe-salve.com.
ERLEBNIS
Von weitem sehe ich die schneeweiße Kirche mit Kapelle liegen. Wie schön liegt diese Kirche.
Beim Annähern an das ehemalige Schloss sehe ich am Eingang zwei bemalte Söldner. Scheint es hier wohl sicher zu sein …?
Auf dem Innenhof habe ich einen besonders schönen Blick auf die Schlosskirche. Ich kann nicht anders, als an der schmiedeeisernen Glocke im Innenhof zu ziehen.
In der Kirche sehe ich viele Dankesbekundungen an Maria, die durch Steine an der Wand angebracht sind. In der alten Schlosskapelle komme ich zur Kerzenkapelle. Dann gehe ich noch weiter nach oben.
In der oberen Kapelle blicke ich nach oben, denn es gibt prächtige Wand- und Deckenmalereien. Hier steht auch das alte Marienbildnis von 1450. Was hat dieses Gnadenbild wohl viele historische Ereignisse gesehen.
Veröffentlicht: 26. Juni 2022
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